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Das Selbstbewusstsein

unser Ich

Die Realität ist eine Simulation der Wirklichkeit in unserem Geiste. Und die Fähigkeit, über diese Realität und über unsere eigenen Gedanken nachdenken zu können, bildet unser Ich. Es ist das, was die Simulation aus der Ersten-Person-Perspektive erlebt. Erst diese Selbstreflektion ermöglicht es, über sich selbst nachdenken zu können und auch sich selbst als jemand in dieser Realität zu erleben.

Das ist unser Selbstbewusstsein – es ermöglicht uns über uns selbst bewusst zu sein. Das Selbstbewusstsein ist unser Ich, unser Ego und unsere Seele.
Unser "Ich" kommt erst zum Einsatz, nachdem unser Gehirn einen Gedanken erzeugt hat. Viele Aufgaben kann unser Gehirn auch völlig unbewusst erledigen. Ein Fahranfänger wird jede Tätigkeit beim Autofahren ganz bewusst erleben: Gas geben, lenken, bremsen und blinken.... Ein erfahrener Autofahrer kann während der Fahrt mit seinen Gedanken ganz woanders sein. Unser Gehirn funktioniert in der Tat wie ein Computer - aber das Selbstbewusstsein ist etwas völlig anderes.

 

Die Möglichkeit, über Inhalte des eigenen Bewusstseins nachdenken zu können, ist jedem erwachsenen und gesunden Menschen gegeben.....Diese Möglichkeit der Reflexion erlaubt es, ein „Ich” auszubilden. Beim Menschen ist dazu ein Reifungsprozess notwendig, der erst nach etwa 18 Monaten erreicht wird. Auch manche Primaten sind dazu rudimentär in der Lage.

- Thomas und Brigitte Görnitz

 

Bislang ist es eine in der Wissenschaft weit verbreitete Meinung, dass Tiere ihrer selbst nicht bewusst sind, mit Ausnahme einiger Primaten. Auch Babys und Kleinkinder bis zu einem Alter von ca. 18 Monaten seien sich ihrer selbst nicht bewusst.

Sind Kleinkinder und Tiere dann seelenlose Zombies, die ohne ein Gefühl „jemand zu sein“ durch die Welt wandeln? Entwickelt sich das Selbstbewusstsein erst mit der Entwicklung des Gehirns oder ist das Gefühl, jemand zu sein, von Geburt an vorhanden?

Die Annahme, Kleinkinder und Tiere hätten kein Selbstbewusstsein, beruht auf dem sogenannten Rouge-Test oder auch Spiegeltest genannt. Hierbei wird dem Probanden ein Punkt auf die Stirn gemalt und ihm dann ein Spiegel vorgehalten. Erkennt der Proband sich selbst im Spiegel, wird er versuchen, den Punkt an seiner Stirn zu entfernen. Bei Kleinkindern geschieht dies ab dem 18. Lebensmonat.

Es wird davon ausgegangen, dass Lebewesen, die sich nicht als sich selbst im Spiegel erkennen, sich auch nicht ihrer selbst bewusst sind und kein Gefühl eines „Ichs“ haben.

Es könnte aber auch sein, dass hier die Begriffe „Intelligenz“ und „Selbstbewusstsein“ verwechselt werden. Ist ein Tier, das sich nicht selbst im Spiegel erkennt, seiner selbst nicht bewusst? Oder weiß es lediglich nicht, was ein Spiegel ist?

 

Ich hier, Du da!

Es gibt Hunde, die bei einem Blick in den Spiegel zwar nicht sich selbst erkennen, aber einen Artgenossen. Da Hunde zur Gattung der Makrosmatiker gehören und sich hauptsächlich über den Geruch orientieren, werden sie schnell das Interesse an ihrem Spiegelbild verlieren.

Es ist auch bekannt, dass Vögel in ihrem Spiegelbild einen Artgenossen erkennen. In vielen Vogelkäfigen hängen Spiegel, um den Wellensittichen einen Artgenossen vorzugaukeln.

Aber auch in der Natur erkennen Tiere ihre Artgenossen als jemand anderen als sich selbst.

 

Das erkennen eines anderen als jemand anderen als sich selbst erfordert es aber, dass der Erkennende sich selbst kennt, denn er muss sich selbst von dem anderen unterscheiden können. 

 

Hunde können auch auf sich bezogene Entscheidungen treffen. Zum Beispiel beim Öffnen der Haustür. Es gibt Hunde, die beim Blick nach draußen entscheiden: „Bei dem Wetter geh' ich nicht raus“. Das „sich selbst in der Welt erleben“ und die damit verbundene Fähigkeit, auf sich selbst bezogene Entscheidungen treffen zu können, erfordert das Vorhandensein eines „Ich-Gefühls“.

Im Gegensatz zum Menschen beschäftigen sich Tiere nicht mit philosophischen Fragen wie etwa nach dem Sinn des Lebens. Sie interessieren sich nicht dafür, wie das Universum entstanden ist oder warum es sie gibt.
Dass Tiere überhaupt kein - oder nur wenig - Interesse an sich selbst haben, schließt längst nicht aus ,dass sie sich ihrer selbst bewusst sind.

 

Das Geistige ist für mich fundamental, und ich gehe sogar soweit zu behaupten, dass es keine Materie gibt, sondern nur Geist.

-Prof. Hans Peter Dürr, Physiker

 

Der aufmerksame Leser mag vielleicht schon erkannt haben, welch fundamentaler Kern sich hinter dieser Fragestellung verbirgt. Entwickelt sich nämlich das Selbstbewusstsein erst mit der Entwicklung des Gehirns, dann wäre unser „Ich“ ein Produkt materieller Prozesse im Gehirn. Materie wäre dann fundamentaler als das Geistige – und das ist die weiterverbreite Meinung in der vom Materialismus geprägten Naturwissenschaft.

Würde man unterstellen, dass das Selbstbewusstsein jedem Lebewesen, welches über ein Gehirn verfügt, von Geburt an gegeben ist, ja dass es vielleicht sogar schon vor der Geburt existent war – dann könnte man behaupten, dass das Geistige fundamentaler ist, als Materie. 

 

 

 


 

 

Publiziert am: Samstag, 30. Januar 2016 (17525 mal gelesen)
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