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Der Idealismus

Ist das Bewusstsein die Grundlage allen Seins?

Die Spinne tanzt ihr Netz, ohne zu wissen, dass es Fliegen gibt, die sich darin fangen. Die Fliege unbekümmert im Sonnenstrahl tanzend, verfängt sich im Netz, ohne zu wissen, was ihr bevorsteht. Durch beide hindurch tanzt aber "Es", und Inneres und Äußeres sind eins in diesem Tanz.

- Ein Zen-Meister in Herrigel

Das idealistische Weltbild sagt aus, dass die Realität geistiger Natur ist. Raum und die Materie sind eine Illusion in einem Bewusstsein. Damit ist der Idealismus das Gegenteil vom Materialismus.
Historisch taucht der Idealismus erstmals im sog. Höhlengleichnis des Philosophen Platons auf. In der westlichen Welt ist der Idealismus so gut wie nicht vertreten. Man findet das idealistische Weltbild aber in der fernöstlichen Philosophie.
Der Hinduismus und der daraus abgeleitete Buddhismus lehren, dass es ein allumfassendes Bewusstsein gibt (das Brahman). Das „Atman“ stellt das individuelle Ich-Bewusstsein dar und ist ein fester Bestandteil des Brahman. Das Brahman und das Atman sind untrennbar. Dann gibt es im Hinduismus noch das „Maya“ – das ist die virtuelle Illusion der Materie. Materie gibt es nur im Geiste.
Der Physiker Fritjof Capra schreibt in seinem Buch „das Tao der Physik“:

 

Maya bedeutet daher nicht, dass die Welt eine Illusion ist, wie oft fälschlicherweise behauptet wird. Die Illusion liegt lediglich in unserer Betrachtungsweise, wenn wir denken, dass die Formen und Strukturen, Dinge und Vorgänge um uns herum Gegebenheiten der Natur sind, anstatt zu erkennen, dass sie Begriffe unseres messenden und kategorisierenden Verstandes sind. Maya ist die Illusion, diese Begriffe für die Wirklichkeit zu halten, die Verwechslung der Landkarte mit dem Land.

Auch der Nobelpreisträger für Physik Erwin Schrödinger schrieb in seinem philosophischen Buch „Meine Weltansicht“:  

Würde alles Geschehen sich nur in einem Bewusstsein abspielen, so wäre der Sachverhalt höchst einfach. Es wäre ein vorgegebenes, schlechthin Gegebenes da, welches – es möchte im übrigen wie immer beschaffen sein – eine Schwierigkeit von der tatsächlichen bestehenden Größenordnung wohl kaum darbieten könnte. Ich glaube nicht, dass die Lösung des Knotens auf logischem Wege durch folgerichtiges Denken innerhalb unseres Intellekts möglich ist. Wohl aber lässt sie sich sehr leicht mit Worten aussprechen: Die wahrgenommene Vielheit ist nur Schein, sie besteht in Wirklichkeit gar nicht.
- Erwin Schrödinger

 

 

 

 


 

 

Publiziert am: Sonntag, 26. Januar 2014 (19458 mal gelesen)
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