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Ist unsere Realität digital?

Leben wir in einer Matrix?

 

Auf den vorangegangenen Seiten haben wir erfahren, dass Information der Materie zugrunde liegt. Wir haben erfahren, dass der Raum gepixelt ist (Planck-Länge) und das die Zeit Augenblick für Augenblick vergeht (Planck-Zeit). Man könnte auch sagen, die Zeit ist getaktet. Jeder, der etwas von Computern versteht, würde aus diesen Erkenntnissen den Schluss ziehen, unser Universum könnte digital sein.

Was nun die Natur der Wirklichkeit ist, ob unser Universum eine digitale Simulation - eine Matrix - ist, diese Fragen könnten wir am einfachsten beantworten, wenn wir unser Universum verlassen und von außen betrachten würden. Aber das ist nicht möglich. Wir können unser Universum nicht von außen betrachten, um zu sehen, wie es beschaffen ist.
Nehmen wir zum Beispiel eine Computersimulation innerhalb ihres Computers. Es gibt solche Spiele, in denen man ganze Welten schaffen kann. Nehmen wir weiter an, jede Entität innerhalb dieses Spiels verfügt über "freien Willen" und die Simulation sei sich selbst überlassen. Diesen Wesen würde es niemals gelingen, auch nur einen Blick in Ihr Wohnzimmer zu erhaschen. Es würde ihnen niemals gelingen, die Welt außerhalb ihres "Universums" zu sehen. 
Die einzige Möglichkeit, die ihnen bliebe, ist innerhalb ihrer Welt nach Indizien zu suchen. Diese wären beispielsweise, dass der Raum eine kleinstmögliche Pixelgröße hat, dass die Zeit nicht kontinuierlich vergeht, sondern getaktet ist, dass es Materie nicht wirklich gibt, sondern dass sie nach Wahrscheinlichkeiten berechnet wird. Weiter würde ihre Welt aus dem "Nichts" entstanden sein. Die Naturgesetzte innerhalb ihrer Welt würden sich alle exakt mathematisch beschreiben lassen. Es scheint geradezu, dass ihre Welt berechnet wird.

Betrachten wir nun unser Universum und wir stellen fest, dass wir genau diese Indizien vorfinden. Sie passen nur nicht in unser materialistisches Weltbild und werfen daher Fragen auf, die sich nicht beantworten lassen.
Das ist genau der Punkt, an dem die Wissenschaft steht. Sie versucht eine Antwort auf all diese Fragen zu liefern. Aber es gelingt ihr nicht.
Wie groß ist das Universum? Ist es unendlich oder ist es endlich? Wenn es endlich ist, was geschieht, wenn man an seine Grenzen reisen würde? Was befindet sich hinter den Grenzen?
Oder ist es doch unendlich? Dann kann es den Urknall nicht gegeben haben. Denn das Universum wäre zu Beginn auf eine bestimmte Größe gepresst gewesen. Wenn es sich dann vergrößert und vergrößert, wie kann es dann unendlich werden? - das geht nicht.
Warum ist das Universum entstanden und was war davor? Wenn nichts vor dem Universum existiert hat, was war dann der Auslöser für die Entstehung? Die wissenschaftliche Annahme, das Universum sei aus dem Nichts entstanden -  ohne Ursache, ist wenigstens genauso mystisch, wie die religiöse Annahme, Gott habe es erschaffen. All diese offenen Fragen lassen vermuten, dass unsere Vorstellung von Raum und Zeit falsch sein muss.

Es gibt aber Wissenschaftler, die behaupten, dass das Bewusstsein das Grundlegendste sein könnte. Physiker wie Thomas Campbell oder Hans-Peter Dürr äußern sich in dieser Richtung.
Schafft Bewusstsein Materie? Ist das Geistliche das Grundlegendste im Universum? 

 

 

Thomas Campbell schreibt in seinem Buch "my big toe", dass wir in einer Art Matrix leben. Zu Beginn habe es nur Bewusstsein gegeben. Das Bewusstsein sei vergleichbar mit einer Computersimulation. Diese Simulation wird von uns als Bewusstsein verstanden. Ziel dieser Simulation sei es, die eigene Profitabilität zu steigern und die Entropie (Unordnung) zu verringern.  Am effektivsten ließe sich die Profitabilität steigern, indem die Simulation virtuelle Realitäten schafft (Universen), in welchen Untermengen (Programme) dieses Bewusstseins durch Experimentieren und Sammeln von Erfahrungen die Profitabilität des Gesamten erhöht. Jedes Individuum ist eine Art Programm oder Untermenge dieses digitalen Bewusstseins.
Bereits Erwin Schrödinger, Nobelpreisträger für Physik, hatte in seinem Buch "meine Weltansicht" behauptet, dass es nur ein einziges Bewusstsein gibt, und dass jedes Lebewesen Teil dieses einen Bewusstseins ist.

Demnach gäbe es den Raum gar nicht wirklich. Raum wäre eine digitale Simulation, in welcher wir uns befinden. Unter dieser Annahme lösen sich alle Paradoxien der Quantenphysik auf. Fragen wie nach der Größe des Universums usw. stellen sich nicht mehr. Würde man unser Universum verlassen, um es von außen zu betrachten, man würde vielleicht nur eine Festplatte vorfinden. Die Quantentheorie würde unsere Realität mit Blick von außen beschreiben. So erscheint es natürlich, dass Teilchen "nichtlokal" sind, und die mathematische Wahrscheinlichkeitswelle erst bei der Messung kollabiert. Bei jedem Durchlauf der äußersten Schleife zur Berechnung unseres Universums würde die Zeit ein Stück weiter gestellt. Das wäre genau die Planck-Zeit und würde erklären, warum Zeit nicht flüssig sondern Augenblick für Augenblick vergeht.
Auch die "Viele Welten Theorie", welche die hier favorisierte Interpretation der Quantenmechanik ist, würde widerspruchsfrei in diese Sichtweise passen. Es ist vorstellbar, dass eine solche Simulation mehrere Universen gleichzeitig unterhält. Haben Sie schon mal eine Diskette kopiert?

Sobald wir annehmen, dass unsere Realität digital ist, können wir uns Unendlichkeiten besser vorstellen: Das Universum ist so weit, wie man zählen kann.
Der Physiker Craig Hogan versucht mit seinem Holometer die digitale Struktur von Raum und Zeit nachzuweisen. Das Holometer-Experiment am Fermilab wurde dafür gebaut, die gepixelte Struktur in unserer Raumzeit nachzuweisen. So wie ein Foto immer unschärfer wird, je mehr man es vergrößert, so soll auch unsere Realität immer weiter an Substanz verlieren, je weiter wir in sie hineinzoomen.

Jedoch konnte Hogan bis jetzt nicht die Existenz der Plancklänge und der Planckzeit experimentell nachweisen. Das liegt wohl daran, dass die Plancklänge weit unterhalb der messbaren Länge des Holometers liegt. Das Team um Hogan, das weitgehend aus jungen Physikstudenten besteht, hat aber nicht aufgegeben, die Existenz dieser Pixel nachzuweisen. Das Holometer-Experiment läuft weiter.

Sollte der Holometer ein holographisches Rauschen nachweisen, dann würde das bedeuten, dass in unserem Universum Information tatsächlich in zweidimensionalen Paketen codiert werden kann.

-Craig Hogan, Physiker  
 

Weitere Informationen zum Holometer:

Die Website vom Holometer

Letzte Pressemitteilung vom Dezember 2015

Deutscher Artikel

Gibt es einen Computer, der diese Simulation erzeugt? Haben wir im Prinzip Zugang zur Software, die unsere Realität erzeugt? Und welche Rolle könnte das Bewusstsein dabei spielen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das nächste Kapitel.

 

 

 

 


 

 

Publiziert am: Freitag, 03. Mai 2013 (34833 mal gelesen)
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