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Wechselwirkung oder Information?

Wenn der Übergang vom möglichen in den wirklichen Zustand auf die Wechselwirkung zwischen Meßapparatur und Teilchen zurückgeht, dann ist die Quantenwelt, mit der sich unsere Beobachtung befasst, offensichtlich eine physische Realität.
Falls jedoch die Wellenfunktion anlässlich der Registrierung des Versuchsergebnisses im Bewusstsein des Beobachters zusammenbricht, ist die Realität eine durch die Tätigkeit des Bewusstseins erzeugte Welt.

- Ervin Laszlo in "das fünfte Feld"

Der Welle-Teilchen-Dualismus ist nur bei sehr kleinen Objekten zu beobachten. Physiker behaupten, Dinge im makroskopischen Bereich würden mit der Umwelt wechselwirken  - sich also selbst messen - und das würde dazu führen, dass der Zustand der Wellenfunktion nicht aufrecht erhalten bleibt. Darum wird weitläufig angenommen, dass die Gültigkeit der Quantentheorie auf den Bereich der Atome beschränkt ist.

Die Quantentheorie macht jedoch keinen Unterschied zwischen Mikrokosmos und Makrokosmos. Gäbe es eine Grenze zwischen Mikro- und Makrokosmos, müsste die Quantentheorie dahingehend modifiziert werden.
Anton Zeilinger schreibt in seinem Buch "Einsteins Schleier", dass die Behauptung, so etwas könne im makroskopischen Bereich nie beobachtet werden, obwohl kein Naturgesetz dagegen spricht, eine enorme Herausforderung für ihn und seine experimentell arbeitende Gruppe ist.
"Wahrscheinlich wird es noch einige Zeit und viele technische Entwicklungen benötigen, bis auch große, makroskopische Systeme in Quantensuperpositionen beobachtet werden können. Jedoch gibt es keine prinzipiellen Gründe dafür, warum dies aus rein technischen Gründen scheitern sollte..... solche Versuche der Erklärung [die Wechselwirkung alleine würde zum Kollaps führen] haben womöglich ein Ablaufdatum. Das Ablaufdatum ist der Tag, an dem es tatsächlich gelingt, Quantensuperpositionen von wirklich großen Objekten im Experiment zu beobachten.....von Objekten, die man mit bloßem Auge sehen kann."

Anton Zeilinger behauptet in seinem Buch: Nicht die Wechselwirkung mit der Umwelt führt zum Kollaps der Wellenfunktion. Beim Doppelspaltexperiment mit Fullerenmolekülen werden diese (auch als "Fußballmoleküle" bezeichneten) Teilchen auf 650 Grad Celsius erhitzt. Bei solch einer Temperatur müssen diese Teilchen mit der Umwelt wechselwirken, denn sie sind von der Umwelt nicht isoliert. Trotzdem behalten sie ihre Welleneigenschaft. Wenn Physiker also behaupten, dass die Wechselwirkung mit den Meßapparaturen oder mit der Umwelt zum Kollaps führen soll, warum führt dann die Aussendung von Wärmestrahlung nicht zum Kollaps der Wellenfunktion? Weil, so Zeilinger, das Aussenden der Photonen nicht dazu geeignet ist, Information darüber zu erhalten, welchen Weg das Fullerenmolekül genommen hat.

Die Wechselwirkung mit der Umwelt muss also auch dazu geeignet sein, dem Beobachter Information über das Teilchen zu liefern. Erst das Vorliegen von Information führt zum Kollaps der Wellenfunktion.

Spielt das Bewusstsein des Beobachters eine Rolle?
Es ist nicht relevant, dass dem Beobachter die Information auch tatsächlich in dessen Bewusstsein vorliegt. Alleine die Möglichkeit, an Information zu gelangen, führt zum Kollaps der Wellenfunktion. Darum muss es auch eine vom Beobachter unabhängige Wirklichkeit geben, wo sich die Wellenfunktion der Quantenmechanik ereignet.

Die "Möglichkeit an Information zu gelangen" ist aber auch genau der Punkt, an dem bei manchen Naturwissenschaftlern das Bewusstsein ins Spiel kommt. Wissenschaftler, welche aus einer rein materialistischen Sichtweise unsere Welt erforschen, schließen das Bewusstsein kategorisch aus - ohne erklären zu können, was Bewusstsein überhaupt ist. Zudem fehlt auch eine Definition für Information.

Folgenden Fragen werden wir uns noch so direkt wie möglich stellen:

- Was ist Information?
- Wo befindet sich die Information?
- Was ist Bewusstsein?

Der menschliche Beobachter wird in der materialistischen Naturwissenschaft auf die Rolle eines Messinstruments reduziert. Die Physik spricht ständig vom Akt der Beobachtung, ohne dabei das Bewusstsein des Beobachters zu berücksichtigen. Wie können wir dem vertrauen, was unsere Beobachtung über die Wirklichkeit verrät, wenn wir nicht wissen, wie Bewusstsein funktioniert?

Schließlich können wir niemals von einer Messung sprechen, ohne das Messergebnis mit unserem Bewusstsein zu registrieren. Jede Messung erfordert auch die Aufnahme des Messergebnisses mit unseren Sinnen.

Lässt sich daraus ableiten, dass wir die Realität erzeugen, indem wir sie betrachten? Zeilinger geht zumindest so weit zu behaupten, dass wir keine passive Rolle spielen. Hans-Peter Dürr ging noch weiter und behauptete, dass es Materie überhaupt nicht gibt, sondern nur "Geist".
Ein Teilchen existiert nicht, solange nicht auch die Information über das Teilchen existiert. Da es in der Quantenmechanik aber nicht von Bedeutung ist, dass die Information dem individuellen Beobachter auch tatsächlich vorliegt, muss es auch eine Wirklichkeit außerhalb des individuellen "Ich-Bewusstseins" geben - also einen Ort, wo sich die Information über die Materie befindet.

 

 

 

 


 

 

Publiziert am: Montag, 29. April 2013 (29827 mal gelesen)
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