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Erste Zahlen zur Aware-Studie veröffentlicht

Das Wissenschafts-Magazin GEOWissen veröffentlichte in der Ausgabe 51/2013 erste Zahlen zur Aware-Studie.


Sie, Ihre Freuden und Leiden, Ihre Erinnerungen und Ziele, Ihr Gefühl und eigenen Identität und Willensfreiheit - all das ist nichts weiter als das Tun einer enormen Ansammlung von Nervenzellen und dazugehörigen Molekülen. Sobald die Neuronen sterben, stirbt auch das Wesen des Menschen.

- Francis Crick, Molekularbiologe

Das ist die Position der Wissenschaft. Sie beruht auf dem materialistischen Weltbild, wonach Materie das Grundlegendste ist. Wo sonst soll sich das Bewusstsein des Menschen befinden, wenn nicht im Gehirn?
Jedoch ist der Materialismus ebenso eine Glaubensfrage, wie die Position der Religionen. Es ist der Wissenschaft bis heute nicht gelungen, eine Erklärung dafür zu finden, wie das Bewusstsein vom Gehirn erzeugt wird.
Nun zweifeln selbst seriöse Forscher an der These, dass sich das Bewusstsein auf biologische Prozesse reduzieren lässt.

Aufschluss hierüber könnte die Aware-Studie liefern. Ärzte wollen herausfinden, ob das Bewusstsein auch nach dem Tod noch existiert. Dr. Sam Parnia, ein US-Mediziner und Spezialist auf dem Gebiet der Reanimation, rief 2008 die Aware-Studie ins Leben. Zweck der Studie ist es, Nahtod-Erlebnisse von Herzstillstandspatienten auszuwerten. Hierzu wurden in 25 Kliniken Regale über den Betten in OP-Sälen und Intensivstationen angebracht. Auf diese Regale werden Bilder gelegt, welche man nur von oben sehen kann.

Patienten, die während einer Operation einen Herzstillstand erleiden, berichten manchmal, dass sie sich außerhalb ihres Körpers befunden hätten. Sie seien an der Decke geschwebt und haben das Geschehen von oben beobachten können. Hierzu machen Patienten sehr detaillierte Angaben über das Vorgehen des Personals. Sie können den Wortlaut der Ärzte wiedergeben und sie können die medizinischen Geräte beschreiben bis hin zu Etiketten, welche auf den Geräten klebten.
Es erhebt sich die Frage, wie Patienten noch Wahrnehmungen machen können, obwohl das Gehirn bereits 20 Sekunden nach dem Herzstillstand die Tätigkeit einstellt.

In den ersten vier Jahren der Aware-Studie kam es zu 2060 Herzstillstand-Ereignissen in den beteiligten Kliniken. 330 Patienten konnten wiederbelebt werden. Nur 12 Patienten konnten sich an ein Nahtoderlebnis erinnern. Leider fanden diese Nahtoderlebnisse in Räumen statt, in welchen sich keine Regale befanden.

Das Ergebnis klingt unbefriedigend, jedoch läuft die Studie weiter. Nach einem Bericht der Universität California erhielt die Aware-Studie zusätzliche Finanzmittel in Höhe von 240.000 Dollar.

Weitere Informationen zu Nahtod-Erlebnissen erhalten Sie im Menü "Einleitung -> Nahtoderfahrung"

 

Nachtrag 09.03.2014:
Die von der Zeitschrift GEOWissen im Dezember 2013 veröffentlichten Zahlen zur Aware-Studie stammen offensichtlich aus dem Jahr 2012. Die Rede ist von Zahlen, welche die Studie in den ersten 4 Jahren lieferte. Da die Studie seit 2008 läuft, dürften die Zahlen nicht aktuell sein.

Das Online-Magazin Grenzwissenschaft-Aktuell teilt am 12.02.2014 mit, dass die Studie gerade durch das "peer-review" geht. Das ist eine wissenschaftliche Begutachtung der Studie, die vor der Veröffentlichung notwendig ist. Die Veröffentlichung neuer Zahlen dürfte also demnächst erfolgen.

 

Nachtrag 08.10.2014:

Die medizinische Fachzeitschrift "Resuscitation Journal" veröffentlicht eine komplette Übersicht über den bisherigen Stand der Studie. Zum aktuellen Artikel geht es hier lang.

Erste Zahlen zur Aware-Studie veröffentlicht

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