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Hans-Peter Dürr verstorben

Einer der größten Physiker ist am Sonntag, den 18. Mai verstorben. Er war ein Schüler von Werner Heisenberg und jahrelang Leiter des Max-Planck-Instituts. Hans-Peter Dürr wurde 84 Jahre alt. 

 


Nach jahrelanger Forschungsarbeit kam Hans-Peter Dürr zu der Überzeugung, dass es das, woran er forscht, gar nicht gibt. In zahlreichen Vorträgen postulierte er, dass Geist und Materie zwei Seiten einer Medaille sind. Der Physiker versuchte bis zuletzt eine Brücke zwischen Wissenschaft und Religion zu schlagen.

 

 

In seinem Buch "Es gibt keine Materie" schrieb Hans-Peter Dürr:

Ich habe mein ganzes Forscherleben damit verbracht, zu untersuchen, was tatsächlich hinter der Materie steckt. Das Endergebnis ist ganz einfach, wenn auch überraschend: Es gibt gar keine Materie! Ich habe somit fünfzig Jahre nach etwas gesucht, was es gar nicht gibt. 'Der arme Kerl', denken Sie jetzt vielleicht, 'hat fünfzig Jahre seines Lebens an etwas drangegeben, was es gar nicht gibt.' Doch ich kann Ihnen versichern, dass es sich gelohnt hat, den weiten Weg zu gehen. Zu sehen, dass das, von dessen Wirklichkeit alle überzeugt sind, am Ende gar nicht existiert, ist eine erstaunliche, geradezu phantastische Erkenntnis. Was aber macht ein Naturwissenschaftler, wenn er plötzlich erkennt, dass es das, was als die Grundlage der Naturwissenschaft gilt - nämlich Materie, die wir alle greifen können - gar nicht gibt? Dass diese Wirklichkeit eine völlig andere ist, als wir bislang annahmen? Mich führte dies zu der Einsicht, dass wir wieder die spirituelle Dimension unserer Existenz erkennen müssen, die wir verdrängt haben. Was wir am Ende allen Zerteilens vorfanden, waren keine unzerstörbaren Teilchen, die mit sich selbst identisch bleiben, sondern ein feuriges Brodeln, ein ständiges Entstehen und Vergehen, etwas, das mehr dem Geistigen ähnelt - ganzheitlich, offen, lebendig.

Hier geht's zum Artikel "Zum Tod von Hans-Peter Dürr" in der FAZ.

Hans-Peter Dürr verstorben

Für den Inhalt der Kommentare sind die Verfasser verantwortlich.


  1. nopicThomas Müller *  schreibt am 10.06.2014 21:21
    Mein Beileid an seine Angehörigen! Ein großer Mann der Wissenschaft ist von uns gegangen dessen Forschungsarbeit unser gesamtes Weltbild mit großer Sicherheit für immer verändert hat! Wo auch immer er nun hingegangen ist, ich wünsche Ihm das Beste! R.I.P.