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Siebzehnte Isaac Asimov Debatte in New York

Zum siebzehnten mal trafen sich am 5. April Wissenschaftler aus aller Welt zur jährlichen Isaac Asimov Debatte. Gastgeber war dieses Jahr der Direktor des Hayden Planetariums in New York, Neil deGrasse Tyson. Eingeladen waren u.a. Max Tegmark, Zohreh Davoudi, James Gates, Lisa Randall und David Chalmers. Alles angesehene Wissenschaftler, die in Wissenschaftskreisen einen guten Ruf genießen.

Das diesjährige Thema war die Frage: Ist unser Universum eine Computersimulation?


 

David Chalmer, Philosoph an der Universität von New York, gab gleich anfangs zu bedenken, dass wir Menschen niemals mit Sicherheit feststellen könnten, ob unser Universum simuliert ist. Denn jedes Messergebnis wäre wiederum simuliert.

Andere Diskussionsteilnehmer waren aber der Meinung, dass man im Prinzip schon feststellen könnte, ob wir uns in einer Simulation befinden. Denn die Ressourcen einer Simulation wären begrenzt. Und das könne man im Prinzip schon testen. Etwa so, wie ein Foto seine Pixelstruktur aufzeigt, wenn man es stark vergrößert.

Zohreh Davoudi, Physikerin am Massachusetts Institute of Technology, ist der Meinung, dass sich in einer Simulation die kosmische Strahlung (kleinste Partikel, die durch das Weltall rasen) entlang sogenannter Gitterlinien ausbreiten müsste. Dies sollte man experimentell nachweisen können.

Max Tegmark, Physiker und Autor des Buches „unser mathematisches Universum“, ist der Meinung, dass unser gesamtes Universum bis zum kleinsten Teilchen, mathematischen Naturgesetzen gehorcht. Unsere Naturgesetze sind pure Mathematik. Und genau das sollte man von einer digitalen Simulation erwarten.

Diskutiert wurden auch Möglichkeiten, wie eine solche digitale Simulation erzeugt werden könnte. So griff Tegmark die Idee von Nick Bostrom auf, dass unsere Nachfahren in einer fernen Zukunft einen Computer entwickelt haben, in welchem wir uns heute befinden. Die Frage wäre also, wie wir mehr über das Universum herausfinden könnten, in welchem sich unser Universum befindet. Es wäre quasi so, als wollen ein Computerprogramm herausfinden, wie der Computer funktioniert, auf welchem es läuft.

Die Wissenschaftler kamen letztendlich zu dem Ergebnis, dass es nicht auszuschließen sei, dass es sich bei unserem Universum um eine digitale Simulation handelt. Bis jetzt gibt es aber keine experimentelle Möglichkeit, diese Frage zu beantworten.

Allerdings werden auf dieser Website Experimente vorgestellt, die die Annahme zulassen, dass es keine vom Beobachter unabhängige Realität gibt.

Quelle: space.com

 

Siebzehnte Isaac Asimov Debatte in New York

Für den Inhalt der Kommentare sind die Verfasser verantwortlich.


  1. KayKay schreibt am 10.08.2016 11:41

    Nick Bostrom glaubt, dass die Menschheit tatsächlich schon viel weiter entwickelt ist. Er stellt folgende These auf:

     

    1. Wenn die Menschheit die Möglichkeit hätte, einen Computer zu entwickeln, mit welchem man ein komplettes Universum simulieren kann, dann würde sie es tun.

     

    oder

     

    2. Die Menschheit hätte kein Interesse an einer solchen Simulation.

     

    Wenn Punkt 1 zutrifft, dann leben wir bereits mit hoher Wahrscheinlichkeit in einer Simulation. Und auch wir würden irgendwann eine solche Simulation schaffen. So entstehen virtuelle Universen innerhalb von virtuellen Universen, die jeweils von der weiterentwickelten Menschheit erschaffen sind.

    Bostrom meint also nicht unsere biologischen Nachfahren, sondern die weiter entwickelte Menschheit, die unser Universum erschaffen hat.

    Seine Ideen veröffentlicht Nick Bostrom auf seiner Website http://www.simulation-argument.com/


  2. nopicMark *  schreibt am 07.08.2016 23:49

    Wie bitte sollen Nachfahren einen Computer gebaut haben als Grundlage für eine Simulation? Ohne das es Vorfahren gab ? Denn die werden ja erst geschaffen durch die Simulation. Ein wenig verwirrend diese These.