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Warum der Materialismus falsch ist

Der Elimintavismus – eine extreme Form des Materialismus – bezweifelt sogar die Existenz mentaler Zustände. Sie lehnen tatsächlich auch Qualia ab, was letztlich bedeutet, dass es ein Erleben der Welt nicht gäbe. Ist die vom Materialismus geprägte Wissenschaft wahnsinnig geworden?


Die Natur sei deterministisch. Die Dinge da draußen folgen den Gesetzen der klassischen Physik. Alles geschehe nach dem Prinzip von Ursache und Wirkung. Dem Materialismus nach gibt es nur ein Universum und dies erlaubt auch nur die Existenz von einer einzigen Zeitlinie, die von der Vergangenheit in die Zukunft reicht. Denn Zeit ist eine Dimension des Raumes. In der klassischen Physik haben wir nur eine Raumzeit, innerhalb welcher das Geschehen deterministisch entlang einer Zeitlinie abläuft.

Dem Gegenüber steht unser Geist und der freie Wille. Jedes mal, wenn wir vor der Wahl verschiedener Möglichkeiten stehen, können wir ja entscheiden, wie es in der Zeit weitergeht. Denn wir haben uns ja entweder für die eine oder für die andere Möglichkeit entscheiden können und mit der Wahl den zukünftigen Verlauf der Dinge beeinflusst.
Dass wir zwischen Möglichkeiten wählen können, widerspricht jedoch dem materialistischen Weltbild. Denn für jede Möglichkeit muss es ja wiederum eine eigene Zeitlinie geben. 

Bevor Materialisten nun die Existenz von Parallelwelten akzeptieren, streiten sie lieber die Existenz des freien Willens ab. Eine extreme Form des Materialismus ist der Elimintavismus. Elimintavisten streiten sogar die Existenz mentaler Zustände ab. Hierzu muss sich nun jeder selbst fragen, ob er denn wisse, über mentale Zustände zu verfügen. Denn würde man dies behaupten, so müsse man sich ja selbst eingestehen, dass man die Welt, in der man lebt, gar nicht erleben kann.

Elimintavisten glauben, dass psychische Störungen nicht mit Hilfe der Psychologie zu beheben seien. Vielmehr solle man nach materiellen Störungen im Gehirn suchen, welche verantwortlich für Geisteskrankheiten seien.

Wenn die Alltagspsychologie zusammenbrechen würde, so wäre dies bei Weitem die größte intellektuelle Katastrophe, die unsere Art erlebt hat.

- Jerry Foder 

Wenn man behauptet, dass es keine mentalen Zustände gäbe, dann würde eine solche Behauptung ja wiederum ihre Bedeutung verlieren. Denn Bedeutung ist ja immer subjektiv und ist nur, wenn man die Existenz des Geistes akzeptiert, verständlich.
Elimintavisten führen nun an, dass der Begriff „Bedeutung“ auch in der Sprache der Maschinen vorkäme. Maschinen haben jedoch keine Sprache. Sie benutzen die Software, welche von einem bewussten Erbauer programmiert wurde. Sie verstehen nicht, was sie tun. Maschinen haben keinen freien Willen, denn sie tun nur das, was man von Ihnen erwartet. So Argumentieren aber auch Elimintavisten: Weil unser Gehirn wie eine Maschine arbeitet, haben wir auch keinen freien Willen - wie ihn Maschinen eben auch nicht haben.

Elimintavisten müssen jedoch, wenn sie behaupten, dass es keine mentalen Zustände gäbe, an den Wahrheitsgehalt ihrer Aussage glauben, was jedoch wiederum mentale Zustände erfordert.

Die Existenz des Geistes und das damit verbundene „Erleben der Welt“, also mentale Zustände und freier Wille, widerspricht dem Determinismus und der damit verbundenen Vorstellung, dass es nur eine einzige Zeitlinie gibt.

Bewusstsein ist der auffälligste Widerspruch zum gesamten Naturalismus, welcher nur auf den Gesetzen der klassischen Physik ruht.

-Thomas Nagel

Die vom Materialismus geprägte Naturwissenschaft kann die Existenz des Geistes nicht erklären. Darum geht sie den Weg, ihn zu leugnen.
Jedoch sind wir Menschen nicht nur bewusst, sondern wir glauben auch an etwas. Wir erleben das Schöne an einem Sonnenaufgang. Es ist auch eine Sache, dass Nervenzellen elektrische Signale an das Gehirn senden – aber eine völlig andere Sache, den Schmerz zu erleben.

Während Elimintavisten die Existenz des Geistes ganz leugnen, ist es die Meinung der meisten Materialisten, dass das Geistige ein Produkt materieller Prozesse im Gehirn sei. Wenn man jedoch das Geistige auf materielle Prozesse reduzieren will, dann ergeben sich dennoch oben genannte Widersprüche, die das Geistige mit dem Determinismus nicht vereinen lassen.
Es macht jedoch absolut keinen Sinn, die Existenz mentaler Zustände, die Existenz unseres Geistes und des freien Willens zu leugnen. Denn wir erleben die Welt und wir treffen Entscheidungen – jeden Tag. Das Erleben auf der einen Seite und die Leugnung des Geistes auf der anderen Seite – scheinen unvereinbar. Und darum ist das materialistische Weltbild mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit falsch.

Falls der Materialismus falsch ist, welche Alternativen haben wir? Die zentrale Frage, um die es geht, lautet: Ist der Geist ein Produkt materieller Prozesse? Und hier muss die Antwort lauten: Nein. Das Geistige ist fundamental. Die Aware-Studie legt nahe, dass Nahtoderlebnisse keine Ergebnisse materieller Prozesse sein können – denn das Gehirn arbeitet während eines Herzstillstands nicht. Es gibt quantenphysikalische Experimente, die zeigen, dass es keine vom Beobachter unabhängige Realität gibt. Es gibt zahlreiche naturwissenschaftliche Experimente, die dem materialistischen Weltbild widersprechen.

Einen Ausweg liefert die Stringtheorie, nach welcher es verschiedene Zeitlinien gibt, welchen wir, je nach welche Entscheidungen wir treffen, folgen. Dafür muss die Wissenschaft aber akzeptieren, dass das, was Entscheidungen trifft – der Geist – auch tatsächlich existiert und nicht mit den Gesetzen der klassischen Physik zu erfassen ist. 

 

 

Warum der Materialismus falsch ist

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